Nachhaltig grillen

Grillen gehört fest zum Sommer dazu! Leider kann Grillen der Umwelt schaden und ist daher oft nicht nachhaltig. Wir zeigen dir, worauf du beim Grillen achten solltest und mit welchen Tipps du unsere Umwelt ganz einfach schonen kannst.

Grillen gehört fest zum Sommer dazu, ob gemütlich zum Feierabend oder am Wochenende mit Familie und Freunden. Dazu wird auch im Winter immer häufiger der Grill angeworfen. Laut Statistik grillt jeder deutsche Haushalt rund 13 Mal in einem Jahr. Kein Wunder, denn das gemütliche Zusammensitzen sowie das leckere Essen sorgen für entspannte Stunden mit den Lieblingsmenschen. Doch leider kann Grillen der Umwelt schaden und ist daher oft nicht nachhaltig. Aber keine Angst, du musst deshalb nicht auf das Grillen verzichten, dank umweltfreundlicher und nachhaltiger Alternativen kannst du die nächste Grillparty direkt planen. Wir zeigen dir, worauf du beim Grillen achten solltest und mit welchen Tipps du unsere Umwelt ganz einfach schonen kannst.

 
Nachhaltig grillen

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Auswahl des Grills - welcher ist der Richtige?
  2. Nachhaltige Holzkohle
  3. Umweltfreundliche Alternativen zur Holzkohle
  4. Ökologische Alternativen zum Anzünden
  5. Umweltfreundliches Grillzubehör und sonstige Tipps für nachhaltiges Grillen

 

Die Auswahl des Grills - welcher ist der Richtige?

Es gibt mittlerweile verschiedenste Möglichkeiten zu grillen, doch welcher Grill ist der Richtige in Sachen Nachhaltigkeit? Klar ist, auf Einweggrills solltest du unbedingt verzichten. Diese verursachen viel Müll, da sie nach nur einmaliger Benutzung entsorgt werden müssen. Außerdem werden zur Herstellung viele wertvolle Ressourcen sowie ein hoher Energieaufwand benötigt. Dazu werden Einweggrills gerne auf Wiesen benutzt, wodurch sie Rasenflächen mit kleinsten Mikroorganismen beschädigen.

Ein Mehrweg-Holzkohlegrill ist da schon umweltfreundlicher, jedoch erzeugt er Feinstaub und Ruß, welche die Luft belasten. Noch umweltschonender sind somit Elektro- und Gasgrill. Einen Elektrogrill kannst du dazu sogar mit nachhaltigem Ökostrom benutzen. Ansonsten ist es Geschmackssache, welchen der Mehrweg-Grills du am liebsten benutzt.

Fakt ist: Achte auf die Qualität, denn ein guter Mehrweg-Grill hält viele Jahre und ist damit wesentlich nachhaltiger als ein billiges Produkt, was nach wenigen Jahren entsorgt werden muss.

Umweltfreundlich sind auch öffentliche Grillplätze, die man bei Bedarf benutzen kann. Oder aber du teilst dir einen Grill mit der ganzen Familie oder mit Freunden. So muss sich nicht jeder einen Grill anschaffen, wodurch Ressourcen, Energie und am Ende auch Müll eingespart werden.

 

Nachhaltige Holzkohle

Vor allem Holzkohle ist oft klimaschädlich, häufig wird sie aus illegal geschlagenem Tropenholz hergestellt. Dabei wird unser Regenwald dringend benötigt, um das Klima zu schützen und um Schutz für zahlreiche Tierarten zu bieten. Leider schützt auch die Bezeichnung „Made in Germany“ nicht davor, Tropenholz zu kaufen. Denn teils wird die Kohle aus Regenwäldern in Deutschland umgefüllt und mit Restabfällen aus der Bundesrepublik gemischt. Dieser Vorgang reicht dann bereits, dass „Made in Germany“ auf der Verpackung landet, dabei handelt es sich gar nicht um ein regionales oder gar nachhaltiges Produkt. Wenn du normale Holzkohle für deinen Grill verwenden möchtest, dann achte unbedingt auf das FSC-Siegel. FSC steht für Forest Stewardship Council und garantiert, dass die Kohle aus nachhaltiger Landwirtschaft stammt. Dabei sollte die Holzkohle am besten aus der EU kommen. Eigene Siegel von Herstellern gewährleisten hingegen keine Nachhaltigkeit, ebenso wie Angaben, dass kein Tropenholz enthalten ist oder Ähnliches.

Bei Holzkohle kannst du zusätzlich auf das DIN-Prüfzeichen DIN EN 1860-2 achten. Dieses gibt eine bestimmte Qualität sowie eine maximale Umweltbelastung durch die Kohle vor, außerdem garantiert die DIN-Norm, dass wenige Giftstoffe in der Holzkohle enthalten sind.

 

Umweltfreundliche Alternativen zur Holzkohle

Du möchtest noch mehr für die Umwelt tun? Prima, dann greif beim Grillen doch zu nachhaltigen Alternativen zur Holzkohle. Mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte, die umweltfreundlich sind und eine optimale Grillkohle erzeugen:

Olivenkerne
Diese Kohle wird aus Abfallprodukten bei der Herstellung von Olivenöl erzeugt. Aus Kernen, Schalen und Fruchtfleisch werden Briketts hergestellt, welche mehr Hitze und dabei dennoch weniger Kohlenmonoxid erzeugen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Holzkohle sind es rund 30 % weniger! Weiterer Vorteil: Die Briketts aus Olivenkernen produzieren weniger Rauch und einen geringeren Funkenflug.

Weinreben
Auch Weinreben werden zu Holzkohle verarbeitet und sind wesentlich nachhaltiger.

Kokosnuss-Schalen
Bei Grillkohle aus Kokosnuss-Schalen handelt es sich ebenfalls um Abfallprodukte, die weiterverwendet werden. Die Kohle hat dabei einen höheren Brennwert, eine geringe Rauchentwicklung und kaum Restasche.

Grillen mit Bambuskohle
Bambus ist ein schnell nachwachsender Rohstoff und der Boden wird bei der Ernte nicht beschädigt, da Bambus nur abgeschnitten wird. Er ist außerdem CO2-neutral, schwefelfrei und hat eine hohe Brenndauer.

Maiskolben
Eine heiße Glut erzeugen ebenfalls Maiskolben ohne Körner.

Spaltholz
Du heizt im Winter mit Holz oder besitzt gar ein eigenes Stück Wald? Auch natürliches Spaltholz kannst du zum Grillen verwenden, es eignet sich besonders gut für große Grillschalen.

Bei fast allen Alternativen zur klassischen Grillkohle handelt es sich um landwirtschaftliche Abfälle. Willst du in Sachen Nachhaltigkeit noch eins oben drauf setzen, so achte auf die Länge des Transportwegs der Alternativ-Produkte!

Achtung: Verwende zum Grillen keinesfalls Altholz, Papier oder Zweige von Nadelbäumen! Diese können krebserregende Stoffe freisetzen und sind daher nicht zum Grillen geeignet!

 

Ökologische Alternativen zum Anzünden

Verwende zum Anzünden deines Grills bitte keinen Spiritus oder andere chemische Grillanzünder. Diese enthalten Stoffe, die nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere Tierwelt gefährlich sind. Zum Glück gibt es heute verschiedene Möglichkeiten, den Grill umweltfreundlich anzuzünden:

Natürliche Anzünder
Holz mit Wachs ist ein natürlicher und nachhaltiger Anzünder, ebenso wie Wellpappe in Form einer Pyramide. Mit der so geformten Wellpappe werden die Flammen dabei direkt gleichmäßig verteilt.

FSC-Siegel
Bei Anzündern auf Holz-Basis kannst du ebenfalls auf das FSC-Siegel achten.

Ökologische Kaminanzünder
Zum Anzünden deines Grills kannst du auf ökologische Kaminanzünder zurückgreifen. Sie sind aus nachwachsenden Rohstoffen und ohne synthetische oder gar chemische Zusatzstoffe.

Umweltfreundlicher Flüssig-Grillanzünder
Auch Flüssig-Grillanzünder sind mittlerweile in einer umweltfreundlichen Variante erhältlich. Sie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und sind biologisch abbaubar.

 

Umweltfreundliches Grillzubehör und sonstige Tipps für nachhaltiges Grillen

Um die nächste Grillparty noch nachhaltiger zu gestalten, solltest du unter anderem auch auf das passende Grillzubehör achten. Wir haben hier die besten Tipps für ein umweltfreundliches Grillvergnügen:

 

Statt Einweg mehr Mehrweg nutzen

Teller / Besteck: Verzichte auf Einweggeschirr! Nutze doch einfach deine Teller und dein normales Besteck von zu Hause, das ist wesentlich nachhaltiger und erzeugt keinen Müll. Falls du dich mit Freunden an einem öffentlichen Grillplatz triffst, so kann auch jeder sein eigenes Geschirr mitbringen, das ist umweltfreundlich und niemand hat danach einen hohen Spülaufwand.

Tipp: Auch wenn es mittlerweile Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen gibt, das biologisch abbaubar ist, ist normales Porzellan die bessere Alternative. Denn Einweggeschirr produziert in jedem Fall unnötigen Müll.


Gläser

Du möchtest nicht deine normalen Gläser verwenden, da sie zu Bruch gehen könnten? Kein Problem, wie wäre es stattdessen mit Einmachgläsern mit Deckel? So kann nichts verschüttet werden und das Getränk ist vor Ungeziefer wie Wespen geschützt. Außerdem machen die Einmachgläser bei jeder Grillparty eine gute Figur!

Du siehst also, Mehrwegprodukte schützen das Klima und unsere Ressourcen. Und mal ehrlich, auf einem richtigen Teller schmecken die gegrillten Leckereien doch auch viel besser als von einem einfachen Pappteller.

 

Müll mit nach Hause nehmen

Oft bleiben auf Wiesen oder Grillplätzen wahre Müllberge zurück. Das ist schlecht für die Umwelt, kann gefährlich für Tiere werden und sieht auch einfach nicht schön aus. Daher: Nimm den entstehenden Müll mit nach Hause. Dort kannst du ihn dann ordnungsgemäß trennen. Essensreste kommen in den Biomüll, kalte Asche in den Restmüll, Plastikverpackungen in den Gelben Sack und stark verschmutzte Alufolie in den Restmüll.
Wenn ihr schon beim Aufräumen seid, vielleicht packt ihr dann auch einfach liegen gebliebenen Müll von anderen ein? Die Umwelt wird es euch danken!

 

Saucen und Dips selbstmachen

Saucen zum Grillen oder leckere Dips sind meist in Plastikverpackungen, welche unnötigen Müll produzieren. Dazu sind auch die Inhaltsstoffe meist alles andere als gesund oder gar nachhaltig. Eine umweltfreundliche Alternative ist, die Grillsaucen und Dips einfach selbst herzustellen. Diese kannst du dann in wiederverwendbaren Gläsern transportieren. Das ist nachhaltig und schmeckt auch viel besser.

 

Umweltfreundliches Grillzubehör nutzen

  • Grillspieße: Ob Gemüse, Fleisch oder einfach gemischt, Grillspieße sind beliebt und vielfältig. Wenn du welche aus Holz verwendest, dann kaufe solche, die das FSC-Siegel haben. Eine andere Möglichkeit sind Grillspieße aus Metall, da sie wiederverwendbar sind. Da sie bei der Produktion allerdings einen hohen Energieverbrauch haben, lohnen sie sich nur, wenn man sie häufig benutzt.

  • Alternativen zu Alufolie und Alugrillschalen: Aluminium benötigt bei der Produktion grundsätzlich viel Energie, dazu lässt es sich nach dem Grillen meist gar nicht recyceln, da es stark verschmutzt ist. Somit muss es nach nur einmaliger Benutzung entsorgt werden. Neben dem umweltschädlichen Aspekt sollte auch der gesundheitsschädliche Aspekt berücksichtigt werden, denn beim Grillen mit Aluminium können kleinste Partikel davon in das Essen gelangen. Doch zum Glück gibt es auch hier gute Alternativen: Von der Gusspfanne für den Rost und Schalen aus hitzebeständigem Porzellan über Edelstahlpfannen bis hin zu Steinplatten aus Speckstein oder Schiefer. Gemüse kann man darüber hinaus auch in Kohl- oder Rhabarberblätter einwickeln und auf den Rost legen. Das ist umweltfreundlich und auch optisch ein echter Hingucker. Grillkartoffeln können hingegen ganz ohne Alufolie in die Glut gelegt werden.

  • Auf regionale Produkte achten: Ganz gleich, was dir beim Grillen am besten schmeckt, achte darauf, dass deine Lebensmittel aus der Region sind. Dazu empfiehlt es sich, saisonales Gemüse sowie saisonalen Salat zu verwenden. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern schmeckt oft auch besser.

 

Waldbrandgefahr berücksichtigen

Besonders im Sommer steigt durch lange Trockenheit die Waldbrandgefahr. Achte daher beim Grillen auf den Funkenflug und habe immer ausreichend Wasser zum Löschen griffbereit. Bei extremer Trockenheit kann eine Stadt oder Gemeinde auch ein Grillverbot aussprechen – informiere dich am besten vor deiner geplanten Grillparty, welche Regeln aktuell bei dir gelten.

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